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motus

erschienen in einer limitierten Auflage von 333 Stück. Der Bildband wurde 2x beim IPA International Photography Awards in Los Angeles und beim One Eyeland Awards ausgezeichnet. Jedes Buch ist fortlaufend Nummeriert und wird von mir signiert. Das Buch ist 34 x 24 cm groß mit 134 Seiten und 85 Bildern.

Der Verkaufspreis liegt bei 100,00 € pro Stück. 

 

Einige Gedanken zum Buch

 

Genauigkeitswahn ausgehebelt

Traumbilder. Die Augen versuchen das Gesehene scharf zu stellen. Vergeblich. Zum Glück, meine ich. Die vage Offenheit, das Erahnenkönnen verleiht den Fotografien, bei denen das Stilmittel der Unschärfe einsetzt wird, verwirrende Tiefe und Sogwirkung. Die Phantasie des Sehenden wird befeuert, der rationale Genauigkeitswahn ausgehebelt. Nicht von ungefähr tragen diese Serien Titel, die große Assoziationsspielräume öffnen, wie nacht, metamorphose und traum. In meiner Erinnerung taucht das Fragment einer Erzählung auf – möglicherweise von Ingeborg Bachmann. Aufgrund starker Kurzsichtigkeit nimmt die Protagonistin die Welt nur verschwommen wahr. Als sie sich eine Brille zulegt, ist sie geschockt von dieser „neuen“ Wahrnehmung und entschließt sich, die Sehhilfe wieder abzulegen und in ihre Welt der Klarheit in der Unschärfe zurückzukehren. Auch die Erinnerung an dieses Stück Literatur ist verschwommen und führten zu den Fotografien zurück. Manchmal fühlen sich diese Fotografien wie Erinnerungen an. Mal ehrlich, wer kann schon mit Bestimmtheit sagen: So war es „wirklich“. Teilweise sind Erinnerungen auch unbewusste Erfindungen, unscharfe Skizzen, angespült aus der Vergangenheit, aus denen unser Jetzt-Ich neue Bilder formt.

Ich versuche Dinge so anzusehen, als sehe ich sie zum ersten Mal, um an ihnen bisher unbeachtete Aspekte zu entdecken. Dies erfordert etwas an Zeit, etwas an Einlassen und etwas an Offenheit für Neues. Im Grunde geht es um ein Vergessen, ein Ausklammern des gewohnten Sehens. Dies gelingt nicht immer, weil es leichter ist zu lernen, als zu vergessen.

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