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Vernissage bin bist ist

 

Jedem gelingt es, dem einen besser dem anderen schlechter, ein Bild von sich zu entwerfen, das er der Welt zeigt. Ein modernes Abenteuer zwischen Anpassung und Individualität. 

 

Sei ganz du selbst – aber bloß nicht anders als die anderen. 

Die gute Nachricht lautet: Glück ist noch möglich, das Abendland bleibt bestehen, und wir werden weiterhin nach Liebe suchen. Wir müssen an keinen Gott glauben, wir brauchen nicht zu heiraten, wir dürfen unsere Körper tätowieren. Wir können mit Ringen in der Nase Arzt werden und hetero-, homo-, bi-, pan-, poly- oder sonst-wie-sexuell sein. 

 

Nie war der Einzelne freier als heute. Sei, wer du bist!, ruft uns die Welt entgegen. Entfalte dich! Verwirkliche dich! Mach was aus dir! Das ist der Imperativ des zeitgemäßen Individualismus. 

 

Die schlechte Nachricht lautet: Nie war der Glücks- und Erfolgsdruck größer als heute. Wir sind zum Glück verdammt. Wir sind zum Erfolg gezwungen. Wir müssen wir selbst sein. Individualismus ist zum Zwang geworden. 

 

Das Resultat ist, dass ich mir die entscheidende Frage stelle oder ignoriere: 

Weiß ich überhaupt noch, wer ich bin?

 

 

Ein Projekt, das im Museion von Bozen von Heinz Innerhofer fotografiert wurde 

und eine Klangaktion von Christina Auer und Eduard Demetz

 

In der Ausstellung von Heinz Innerhofer in der Galerie Prisma sind nichts als weiße Akte im weißen Raum zu sehen. Zwei Frauen und zwei Männer im Alter von 30 bis 58 Jahren. Die Modelle wurden weiß angemalt und anschließend fotografiert.

 

vit[i]a

für Flöte, Christina Auer & Samples, Eduard Demetz

 

Drei Ebenen standen bei der Schaffung der Werke Heinz Innerhofers im Vordergrund:

 

1.Gegenstand

2.Manipulierung

3.Abbild

 

Den Gegenstand bildete eine Gruppe von Menschen, die Thema und gleichzeitig Material waren. Die Manipulierung des Gegenstandes bestand darin, dass die gesamten Körper der Menschen weiß bemalt wurden. Der dritte Schritt war das Abbild des manipulierten Materials, der Akt des Fotografierens.

 

Für die Realisierung des musikalischen Projektes Vit(i)a wurde, um der Vorlage der bereits bestehenden Kunstwerke zu folgen, im Bereich derselben drei Ebenen agiert. Ausgegangen wurde von einem musikalischen Gegenstand, einer von Christina Auer komponierten Flötenstimme, die, motivisch mit Aufwärtsbewegungen beginnend, den Gestus der sprachlich artikulierten Frage evoziert. Dieser musikalische Gegenstand wurde auf Tonträger aufgenommen, was, entsprechend dem Akt des Fotografierens bei Heinz Innerhofer, als die Phase des (akustischen) Abbildes bezeichnet werden kann. Als nächster Schritt wurde diese Tonaufnahme von Eduard Demetz elektronisch manipuliert. Bei der Aufführung erklingen der ursprüngliche musikalische Gegenstand und die Manipulation desselben gleichzeitig. 

Die drei Ebenen waren bei der Schaffung der Musik also dieselben wie bei der Entstehung der Werke Heinz Innerhofers, nur ihre Reihenfolge war eine andere: bei Innerhofer Gegenstand, Manipulierung, Abbild; Bei Auer-Demetz Gegenstand, Abbild, Manipulierung.

Innerhofers Ausgangsfrage „wer bin ich“ wurde musikalisch so übersetzt, dass durch das gleichzeitige Spielen von ursprünglichem und manipuliertem Gegenstand ein vermischter Gesamtklang entsteht, der im Zuhörer unweigerlich die Frage aufkommen lässt, ob das gerade Gehörte vom akustischen Instrument oder von der Elektronik kommt.  Als ob  die Klänge die Zuhörerschaft fragen würden:

 „weißt du, wer ich bin?“

Mit Bildern von  „bin bist ist“ wurde ein Film gemacht, der mit einer Soundscape von Caroline Profanter unterlegt wurde. Der Film wurde mit Live-Rezitation von Christina Auer im ARS Elektronia DeepSpace in Linz 2015 gezeigt.

 

Mit Portraits aus diesem Projekt wurde beim TRIERENBERG SUPER CIRCUIT THE WORLD‘S LARGEST PHOTO SALON 2015 in der Kategorie Portrait die Gold-Medaille gewonnen und beim Siena International Photo Award 2015 das Finale erreicht. 

 

Ein Teil der Ausstellung wurde beim R-Evolution Summer Festival 2016 in Zusammenaebeit mit FIOF Fondo Internazionale per la Fotografia im Castello Svevo di Barletta (BT) gezeigt und im Oktober und November 2016 in der Gallerie Zebra, Herrengasse, Wien. „bin bist ist „ wurde beim off-festival vienna award 2016 mit dem 3. Preis ausgezeichnet. Nach der Ausstellung in Bozen gehen die Bilder weiter zum Internationalen Fotofestival von Orvieto.

 

„bin bist ist“ wurde beim off-festival vienna award 2016 mit dem 3. Preis ausgezeichnet

 

„bin bist ist“ wurde auch in mehreren Internationalen Fotozeitschriften präsentiert.

FOTOCULT Magazin für FOTO und LIFESTYLE 08/2016 (A), #FOTO Nr.4 04/2016 (S), EYE-Photo Magazine 04/2016 (EU), DNG Photo Magazin 02/2016 (ES), Arte Fotográfica #78 12/2015 (P), SHOT! Magazine 11/2015 (GB)

 

Bei den Ausstellungen in Barletta und Wien konnte nur ein Teil der Bilder gezeigt werden. In der Galerie Prisma wird nun zum ersten Mal das gesamte Projekt gezeigt.

 

 

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